Gegenwart

Diktaturen sind keine Phaenomene der Vergangenheit, sondern auch heute nach wie vor aktuell. Insbesondere Länder in Afrika und Asien sind betroffen, wobei der Ausprägungsgrad von teilautoritär bis totalitär sehr unterschiedlich ist.


Nordkorea


Akutes und gravierendes Beispiel, über das die Weltpresse zur Zeit berichtet, ist Nordkorea. Alle Merkmale eines totalitären Regimes treffen hier zu: Ein, für Europäer erstaunlicher, Personenkult, der sogar vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Eine, in Relation zur Gesamtbevölkerung, sehr große Armee. Abschottung des Staates und in totaler Selbstüberschätzung militärische Drohungen, wie Bau einer Atombombe oder Langstreckenraketen, nach außen, was u.a. auch zur inneren Solidarität führen soll. Menschen- und Grundrechte sind nicht vorhanden. Über außergerichtliche Exekutionen von Führungsoffizieren durch den Diktator wurde berichtet. Der Eingriff in die Persönlichkeitssphaere geht so weit, daß z.B. die Frisur für Mann und Frau vorgeschrieben ist. Verbündete sind andere Diktaturen.


Volksrepublik China


China ist ohne Zweifel nach internationalen Maßstäben eine Diktatur, die jedoch differenzierter zu betrachten ist. China ist eine Weltmacht, ein riesiges Land mit einer ungeheuerlichen Bevölkerungszahl. Grundsätzlich stellt sich die Frage, die hier nicht beantwortet werden kann, ob dieses Land, auch unter Berücksichtigung seiner Geschichte, überhaupt demokratisch führbar wäre. Seit Mao gibt es keinen Personenkult mehr, das Land wird von einem Funktionärskader der Einheitspartei geführt. Die größte Sorge dieses Kaders ist, das Riesenland in jeder Beziehung zusammen zu halten. So gibt es eine ausgesprochene Sensibilität gegenüber der Meinungs- und Pressefreiheit, was bisweilen z.B. zur Zensur des Internets führt. Auf der anderen Seite gestattet der Staat dem Einzelnen wirtschaftliche Freiheiten, der Einsicht folgend, daß das höchste Glück des "Durchschnittschinesen" im Geld und Reichtum liegt. Die in jeder Hinsicht erfolgte Öffnung des Landes nach innen und außen, und damit u.a. auch eine kontrollierte Reisefreiheit, war zwingend notwendig, um weiterhin das rasante Wachstum dieser Großmacht zu gewährleisten.